Siemens S7-300 CP343 / S7-400 CP443 / TIA13
Target: "Siemens S7"
Voraussetzungen
Folgende Bausteine werden für die Anbindung an den Connector benötigt:
• Alle Bausteine im Ordner «Program blocks» 🡪 «SQL4Siemens»
• Alle Datentypen im Ordner «PLC data type» 🡪 «SQL4Siemens»
Beachten Sie, dass sich der Baustein «fbSql4Siemens» für die S7-300 und die S7-400 unterscheiden. Der Grund liegt in der Tatsache, dass unterschiedliche Bausteine für die Datenkommunikation verwendet werden müssen.
Aus diesem Grund gibt es für beide Steuerungsfamilien ein eigenes Beispiel-Projekt.
Aufruf fbSql4Siemens
Der Baustein «fbSql4Siemens» wird zyklisch aufgerufen. Wir empfehlen, dies über einen zeitgesteuerten OB (z.B. OB35, T=10ms) zu tun. Folgende Parameter werden belegt:
Parameter von fbSQL4Siemens
xExecute : BOOL; // Datenbankanfrage starten
tTimeout : TIME // Timeout in Sekunden
xAbort : BOOL; // Reset
iID : INT; // ID der projektierten Verbindung
wLADDR : WORD // Adresse des CPs
tFbExecTimeLimit : TIME; // Zeit, welche dem Baustein pro Zyklus maximal zur Verfügung steht
xReady : BOOL; // Bereit für eine Datenbankabfrage
xBusy : BOOL; // Datenbankabfrage läuft
xDone : BOOL; // Datenbankabfrage abgeschlossen
xError : BOOL; // Datenbankabfrage endete mit einem Fehler
diResultState : DINT; // Status Datenbankabfrage / Fehlernummer
diResultRows : DINT; // Anz. erhaltene Zeilen aus der Datenbankabfrage
diResultColumns : DINT; // Anz. erhaltene Spalten aus der Datenbankabfrage
tFbExecTimeMax : TIME; // Gemessene maximale Nutzungszeit des Bausteins
tLastRequest : TIME; // Gemessene Zeit der letzten Anfrage
Datenbausteine
idbSql4Siemens – Instanz-Datenbaustein zur internen Verwendung des Funktionsblocks Sql4Siemens.
dbSqlUserData – Benutzerdaten wie Request-String-Array oder Antwort-String-Tabelle
Datentypen (UDT)
utSqlUserRequestST – Enthält das Anfrage-String-Array. Die Größe der Datenstrukturen wird im Baustein «fbSql4Siemens» automatisch ermittelt.
utSqlUserResponseST – Enthält die Antwort-String-Tabelle. Die Größe der Datenstrukturen wird im Baustein «fbSql4Siemens» automatisch ermittelt.
utSqlRequestBuffer – Datenpuffer zum Senden der SQL-Anfragen. Die Größe der Datenstrukturen wird im Baustein «fbSql4Siemens» automatisch ermittelt.
utSqlResponseBuffer – Datenpuffer zum Empfangen der SQL-Antworten. Die Größe der Datenstrukturen wird im Baustein «fbSql4Siemens» automatisch ermittelt.
Diese Datentypen können projektspezifisch angepasst werden. Je nach Größe der zu lesenden oder schreibenden Datenmengen werden hier die Array- bzw. Datenstrukturgrößen definiert.
Konfiguration des Connectors
Bei dem angewählten Siemens-Target im Connector müssen weitere Optionen definiert werden:
-
Empfangspuffer Größe des Empfangspuffers im utSqlResponseBuffer
-
CP 343-1 Interface Aktivieren
-
Fix Buffer Aktivieren
Einstellen der IP Adresse des CPs
Unter „devices & networks“, Doppelklick auf die gewünschte SPS und Anklicken des CPs können die Einstellungen des CPs verändert werden. Unter „Ethernet addresses“ kann die IP des CPs eingestellt werden.
Hinzufügen einer neuen Netzwerkverbindung
Wenn die Kommunikation über einen Kommunikationsprozessor gelöst wird, können nicht wie bei der PN/DP Variante die Verbindungsparameter direkt im Programmcode eingestellt werden, sondern es muss eine neue Netzwerkverbindung erstellt werden.
Unter „devices & networks“, Connections kann durch Rechtsklick auf die CPU, „Add new connection“ eine neue Netzwerkverbindung hinzugefügt werden.
Im darauf folgenden Fenster muss TCP Connection, der CP und „Establish active connection“ ausgewählt werden.
Unter dem Reiter Connections kann die Verbindung angewählt werden. Unter [Properties - Address details] werden die IP und der Port des Connector Links eingestellt.
Bei Aufruf des SQL4Siemens Bausteins muss die ID der Verbindung eingetragen werden.
Das Beispielprojekt
Das Beispielprogramm von der Webseite sollte vor Anpassungen an die eigene Applikation zuerst zum Laufen gebracht werden. Dadurch sind etwaige Fehlerquellen einfacher zu finden.
Passen Sie die IP-Adresse und den Remote-Port beim Aufruf des Sql4Siemens im OB35 an Ihr System an.
Der Connector muss gestartet und die Verbindung zur Beispiel-Datenbank „S4A_Test_DB.mdb“ konfiguriert sein.
Wie die Verbindung zur Testdatenbank konfiguriert wird, ist unter Einrichten der Verbindung an die Testdatenbank beschrieben.
Das Beispielprogramm (OB1) zeigt eine Anwendung mit den 4 SQL-Grundbefehlen (SELECT, INSERT, UPDATE, DELETE) sowie den Umgang mit den SQL-Daten. Die einzelnen Funktionen können über folgende Beobachtungstabellen einfach bedient werden:
Laden des Beispielprogramms
Das Programm kann über den „Download to device“ Button auf die CPU geladen werden. Bei der ersten Verbindung muss der Verbindungspfad ausgewählt werden. Dabei wird für Type oft PG/PC interface: PN/IE, PG/PC interface: Die Netzwerkkarte mit welcher die Steuerung verbunden ist und Connection interface/subnet: PN/IE_1 ausgewählt.
Über „Start search“ kann die Steuerung gesucht werden. Die Steuerung wird ausgewählt und über den Button load wird das Projekt auf die Steuerung geladen.
Falls das Projekt auf dem PC sich zu fest vom Projekt auf der Steuerung unterscheidet, was ja beim ersten Mal Laden der Fall ist, muss die Steuerung gestoppt werden.
Nach dem Laden wird die Steuerung neu gestartet.
Bedienung des Beispielprogramms
Der Beispiel-Code wird aus dem OB1 aufgerufen. Es gibt zwei Bausteine, welche die gleiche Funktionalität aufweisen. Das eine Beispiel ist in SCL, das andere in LAD (KOP) programmiert.
Beobachtungstabelle «Example01_SQL_SELECT»
Durch Setzen der Variable «xSqlSelect» werden die letzten 5 Datensätze aus der Beispiel-Datenbank abgefragt. Bei einer erfolgreichen Abfrage wird der Zähler «diSqlSelectDoneCount» inkrementiert und die Daten (Spaltennamen und Datenfelder) werden angezeigt.
Wurde die Anfrage mit Fehler beendet, wird der Zähler «diSqlSelectErrorCount» inkrementiert. In diesem Fall wird der Fehlercode im Parameter «diResultState» angezeigt. Die Variable «xSqlSelect» muss manuell zurückgesetzt werden.
Beobachtungstabelle «Example02_SQL_INSERT»
Durch Setzen der Variable «xSqlInsert» wird ein neuer Datensatz in die Beispiel-Datenbank eingefügt. Die Werte werden über die Parameter «iSqlInsertParam1», «fSqlInsertParam2» und «sSqlInsertText1» vorgegeben.
Bei einer erfolgreichen Ausführung wird der Zähler «diSqlInsertDoneCount» inkrementiert. Unter dem Parameter «diSqlInsertedID» ist ersichtlich, unter welcher ID (Primärschlüssel) der Datensatz in der Datenbank gespeichert wurde.
Wurde der Befehl mit Fehler beendet, wird der Zähler «diSqlInsertErrorCount» inkrementiert. In diesem Fall wird der Fehlercode im Parameter «diResultState» angezeigt. Die Variable «xSqlInsert» muss manuell zurückgesetzt werden.
Beobachtungstabelle «Example03_SQL_UPDATE»
Durch Setzen der Variable «xSqlUpdate» wird ein bestehender Datensatz in der Beispiel-Datenbank aktualisiert. Mit dem Parameter «diSqlUpdateID» muss angegeben werden, welcher Datensatz aktualisiert werden soll. Die neuen Werte werden über die Parameter «iSqlUpdateParam1», «fSqlUpdateParam2» und «sSqlIUpdateText1» vorgegeben.
Bei einer erfolgreichen Ausführung wird der Zähler «diSqlUpdateDoneCount» inkrementiert. Unter dem Parameter «diSqlUpdatedRows» ist ersichtlich, wie mancher Datensatz aktualisiert wurde (In diesem Beispiel 0 oder 1).
Wurde der Befehl mit Fehler beendet, wird der Zähler «diSqlUpdateErrorCount» inkrementiert. In diesem Fall wird der Fehlercode im Parameter «diResultState» angezeigt. Die Variable «xSqlUpdate» muss manuell zurückgesetzt werden.
Beobachtungstabelle «Example04_SQL_DELETE»
Durch Setzen der Variable «xSqlDelete» werden alle Datensätze in der Beispiel-Datenbank gelöscht, deren Nummer (Primärschlüssel) kleiner oder gleich dem Wert im Parameter «diSqlDeleteID» ist.
Bei einer erfolgreichen Ausführung wird der Zähler «diSqlDeleteDoneCount» inkrementiert. Unter dem Parameter «diSqlDeletedRows» ist ersichtlich, wie mancher Datensatz gelöscht wurde.
Wurde der Befehl mit Fehler beendet, wird der Zähler «diSqlDeleteErrorCount» inkrementiert. In diesem Fall wird der Fehlercode im Parameter «diResultState» angezeigt. Die Variable «xSqlUpdate» muss manuell zurückgesetzt werden.
Fehlercodes Return-Value
Die Variable “diResultState” beschreibt den Fehler.
| Fehler-Nummer | Fehler-Beschreibung |
|---|---|
| 1 | Unbekannter SQL Befehl |
| 2 | Abfrage ergibt mehr Datensätze als mit MaxRows definiert. Abfrage anpassen oder MaxRows vergrößern |
| 3 | Abfrage ergibt mehr Spalten als mit MaxColumns definiert. Abfrage anpassen oder MaxColumns vergrößern |
| 4 | Abfrage ergibt mehr Daten zurück als die definierte Puffergröße. Abfrage anpassen oder die Buffer-Größe im Connector und in der Steuerung vergrößern |
| 5 | Abfrage gibt min. ein Wert zurück, der größer ist als mit MaxStringLength definiert. Abfrage anpassen oder MaxStringLength vergrößern |
| 10 | Interner Connector Fehler |
| 11 | Interner Connector Fehler, Datenbank kann nicht geöffnet werden |
| 21 | Keine IP-Adresse definiert |
| 22 | Keine Portnummer definiert |
| 23 | Request-String ist leer |
| 24 | Anzahl MaxRows nicht definiert |
| 25 | Anzahl MaxColumns nicht definiert |
| 29 | Größe MaxStringLength ist ungültig |
| 41 | Keine Verbindung zum SQL4automation-Connector hergestellt. Firewall ausschalten, IP-Adresse und Remote-Port überprüfen |
| 51 | Fehler beim Senden der Anfrage. Firewall ausschalten, IP-Adresse und Remote-Port überprüfen |
| 91 | Timeout-Fehler. Keine Antwort vom Connector innerhalb des Zeitfensters |
| 95 | Fehler beim Empfangen der Daten |
| >100 | Fehlernummern der ODBC Datenbankanbindung |
| 40002 | Allgemeiner Fehler bei der SQL Abfrage. Request-String ist ungültig |